Eine Beere mit Karriere: Schisandra

Schisandra – die rote Beere macht in Europa Karriere

Schisandra wird eine kleine rote Beere von der gleichnamigen holzigen Kletterpflanze genannt. Sie kommt ursprünglich aus China. Während ihre Wirkungen in China in der TCM bereits seit mehr als 2.000 Jahren genutzt werden – auch in den Kaiserhäusern, begann ihre zaghafte Karriere in Europa erst im 19. Jahrhunderts. Seit wenigen Jahrzehnten nehmen ihr Bekanntheitsgrad und ihre Verwendung als Heilpflanze in Europa rasant an Fahrt auf. Es sind nicht nur die Heilwirkungen, die die sekundären Pflanzenstoffe der kleinen Beere zu leisten vermögen, sondern auch noch ihr nachgesagter Ruf als sanftes, aber dennoch effizientes, Aphrodisiakum und Potenzmittel und zwar gleichermaßen für Männer und Frauen.

Worin bestehen die Heilwirkungen der Schisandra Beere?

Die besondere Wirkung von Heilpflanzen besteht weniger in der Auflistung möglicher Eigenschaften ihrer enthaltenen Einzelkomponenten als vielmehr ihre Gesamtwirkung im Verbund aller Inhaltsstoffe mit gesundheitlicher Relevanz. Die Gesamtwirkung – man könnte sie auch als Systemleistung bezeichnen - ist meist deutlich stärker als die Summe der isoliert betrachteten Wirkungen der Einzelkomponenten. Dennoch verdienen einzelne Stoffgruppen eine besondere Erwähnung, um die Hauptwirkungen charakterisieren zu können. Im Fall der Schisandra sind es neben einer Vielzahl von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, vor allem die enthaltenen Lignane. Es handelt sich dabei um Phytoöstrogene, die zwar eine den Östrogenen ähnliche Struktur aufweisen und teilweise die gleichen Rezeptoren besetzen können, aber andere, teilweise sogar entgegengesetzte, Wirkungen zeigen. Lignane zeichnen sich besonders als effektive Antioxidanzien und Radikalfänger aus. Als besonders wertvoll entpuppte sich dabei das Schisandrin B, das vor allem bei Problemen mit der Leber und bei Leberentzündungen einen positiven Beitrag leisten kann. Nachgewiesen ist die regenerierende Wirkung auf die Mitochondrien der Leberzellen und der stimulierende Einfluss des Schisandrin B auf den Glutathion-Stoffwechsel. Neben den spezifischen gesundheitsrelevanten Wirkungen auf die Leber und die Nieren wartet Schisandra mit einem ganzen Arsenal von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen auf. Unter den Spurenelementen befinden sich so seltene Stoffe wie Selen und Kobalt, Stoffe, die für den Stoffwechsel essenziell sind. Das breite Angebot an gesundheitsrelevanten sekundären Pflanzenstoffen hat dazu geführt, dass die Anwendung von Schisandra in der TCM bei sehr vielen – teilweise auch unspezifischen – Symptomen empfohlen wurde.

Schisandra zeigt adaptogene Eigenschaften

Der Cocktail gesundheitsrelevanter sekundärer Inhaltsstoffe der Schisandra-Beere, allen voran die enthaltenen Lignane, verleihen der Schisandra adaptogene Eigenschaften. Das heißt, dass eine sich die Heilwirkung der Inhaltsstoffe auf den Bedarf anpasst. Bei chronischen Stresssituationen mit hoher Konzentration von Stresshormonen im Blut und im Gewebe kassiert Schisandra Stresshormone und sorgt für einen gewissen Ausgleich. In diesem Fall wird das sympathische Nervensystem gehemmt, während das parasympathische System aktiviert und unterstützt wird. Auch der umgekehrte Fall ist denkbar, wenn Symptome wie Abgeschlagenheit, Motivationsverlust und Teilnahmslosigkeit überhand nehmen, wirkt Schisandra stimulierend auf den Sympathikus und hemmend auf den Parasympathikus. Die kleine rote Beere unterstützt die Hirnanhangdrüse, den Hypothalamus, in seiner Funktion als oberste Schaltzentrale für die Herstellung eines situationsangepassten hormonellen Gleichgewichts im Körper.

Schisandra - Verwendung und Wirkung als effizientes Aphrodisiakum seit Tausenden von Jahren verbürgt

Mehrere Eigenschaften und Wirkungen bestimmter Inhaltsstoffe der roten Beere machen Schisandra zu einem geschätzten, Libido steigernden Aphrodisiakum und zwar für Männer und Frauen gleichermaßen. Die Durchblutung steigernde Wirkung im Genitalbereich entwickelt darüber hinaus Potenz fördernde Eigenschaften. Diese Besonderheiten der Schisandra Beere machten sich bereits die chinesischen Kaiser und ihr weibliches und männliches Hofgefolge vor mehr als zweitausend Jahren zu eigen.

Schisandra vereinigt 5 Geschmacksrichtungen gleichzeitig

Die chinesische Bezeichnung für Schisandra lautet Wu Wei Zi, was auf den ungewöhnlichen Geschmack der Beere hindeutet, der fünf Geschmacksrichtungen gleichzeitig verkörpert. Außer umami verkörpert der exotische Geschmack der Beere alle Richtungen, die wir mit unseren Geschmacksknospen wahrnehmen können. Die Beere schmeckt süß und sauer, salzig und bitter und darüber hinaus auch noch scharf.

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